Antifa

Freitag, den 18. Juni 2010 um 09:06 Uhr

Hiermit dokumentieren wir ein Interview, welches wir mit der Antifaschistischen jugend Dortmund führten

Als enger Bündnispartner der Roten Antifa [NRW] erleben wir immer häufiger, wie stark von antideutschen Gruppen und Personen gegen ihre Strukturen und MitgliederInnen gehetzt wird.


Auch unsere Gruppe und ihre MitgliederInnen mussten bereits mehrfach diese Hetze und Diffamierungen am eigenen Körper/ an der eigenen Struktur erfahren.
Der neueste Fall ist eine 19 Seiten lange Hetzschrift (Verfasst von der Antifa Union, dem Antifa Impuls, dem AK Freiraum und dem Antifa Medienzentrum), in der Unwahrheiten, Diffamierungen und Lügen über die Rote Antifa und andere MitgliederInnen des bundesweiten antifaschistischen Bündnis „Dortmund stellt sich quer!“ verbreitet werden.
Diese Schrift wurde an viele Gruppen und Einzelpersonen in ganz Deutschland geschickt und erleichtert dem Staatsschutz nicht nur den Einblick in die Strukturen des Bündnis, sondern in einen Großteil der antifaschistischen Bewegung in Dortmund und darüber hinaus.
Solche Staatsschutzarbeit lehnen wir mit Entschiedenheit ab!

Die vermehrte Hetze gegen die Rote Antifa und unser Bündnis müssen wir wohl auch als ein erhöhtes Konfliktpotenzial im Hinblick auf den kommenden Antikriegstag sehen.
Bereits im letzten Jahr teilte sich der Protest in ein antideutsch geprägtes Lager und ein internationalistisches Lager (mit Antimilitaristischem Antifa Block) auf.

Als Mitglied des Bündnis „Dortmund stellt sich quer!“ führten wir ein Interview mit dem Pressesprecher der Roten Antifa [NRW], Mahir Yolcu, um den GenossInnen die Möglichkeit zu geben, Ihre Sicht der Dinge aufzuzeigen.

AJDO: Die neue Intervention gegen Euch ist nur das letzte Ereignis in einer langen Kette von Angriffen gegen eure und weitere antiimperialistische Gruppen. Worauf ist dieser Konflikt zurückzuführen und was ist Eurer Meinung nach das Ziel der Angriffe?

Mahir Yolcu: Bereits seit einigen Jahren versuchen antideutsche Gruppen und Einzelpersonen massiv gegen unsere Gruppe und weitere antiimperialistische und revolutionäre Gruppen und Organisationen in Deutschland mobil zu machen. Dieses neuerliche Pamphlet, mit dem die AutorInnen scheinbar die deutsche antifaschistische „Szene“ frei von antiimperialistischen Inhalten und internationaler Solidarität durch MigrantInnen-Organisationen halten möchten, zeugt wieder einmal von Diffamierung, Rufmord und Opportunismus auf allerhöchstem Niveau.
Es ist vollkommen normal, dass Gruppen und Personen, welche sich inhaltlich stark zu rechtskonservativen und neoliberalen Parteien hingezogen fühlen und offen antimuslimischen Rassismus und Kriegshetze propagieren, nicht mit unseren oder den Positionen von „Dortmund stellt sich quer!“ übereinkommen können.
Auch nehmen die Übergriffe von Seiten dieser Gruppen und Personen immer weiter zu. Die Angriffe reichen von dokumentierender Staatsschutzarbeit, über körperliche Angriffe (wie zuletzt geschehen bei der Antifa Demonstration am 10.04. in Essen), bis hin zu Anschlägen (wie auf das DKP/SDAJ Zentrum in Halle am 15.11.2008). Desweiteren werden immer wieder Machtpositionen in diversen Rote Hilfe-Ortsgruppen von Antideutschen missbraucht, um ihnen unliebsamen AktivistInnen Zugang zu Antirepressionsstrukturen zu verwehren.
Die Antifaschistische Jugend Bochum berichtet darüber hinaus von weiteren Vorfällen, bei denen Antifas und Punks von Antideutschen angegriffen und antinationale Gruppen, welche sich kritisch gegenüber Antideutschen geäußert haben, von Bündnissen und Treffen ausgeschlossen wurden (Vorfälle bei den s5-Bündnisstreffen).

AJDO: Die Antideutschen überhäufen euch immer wieder mit diversen Vorwürfen. In neuester Zeit erweitert sich das Feld der Beschuldigten auf das ganze Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ und damit auch auf uns. Wie geht ihr mit diesen Vorwürfen um?

Mahir Yolcu: Seit es die ersten antideutschen Gruppen gab, seit dem gibt es auch diese Hetzschriften und Diffamierungen. Diese Personen und Gruppen nutzen solche Pamphlete als ihre „politische Waffe“ in der Auseinandersetzung mit inhaltlich anders ausgerichteten, hauptsächlich antiimperialistischen und klassenkämpferischen Gruppen. Alles, was nicht in den antideutschen Mainstream passt, wird „gebrandmarkt“, verfolgt und diffamiert.
Ihre Lügen und Diffamierungen werden keinesfalls dadurch besser, dass sie diese dauernd wiederholen, erneuern und weiter ausschmücken oder gar auf ganze Bündnisse übertragen.
Wir hingegen müssen geschlossen Solidarität zeigen und uns gegenseitig gegen diese Angriffe unterstützen. Dabei kommt es darauf an, dass wir geschlossen und gemeinsam handeln und uns eindeutig positionieren.

AJDO: Der nächste „nationale Antikriegstag“ ist wie jedes Jahr für Anfang September in Dortmund geplant. Was sind eure Hoffnungen / Befürchtungen im Hinblick auf die Gegenproteste
und was müsste geschehen, damit der Naziaufmarsch in diesem Jahr verhindert werden kann?

Mahir Yolcu: Wir hoffen, dass wir an die Mobilisierungserfolge im letzten Jahr anknüpfen können und mit der Änderung des Demokonzeptes auf Blockaden der Naziaufmarsch komplett verhindert werden kann. Wir wollen von den Blockadeerfahrungen in anderen Städten wie Dresden, Berlin und Duisburg lernen und ein für Dortmund passendes Konzept auf die Beine stellen.
Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir mit Euch auch in diesem Jahr wieder die größte Dortmunder Antifagruppe mit im Bündnis haben und mit dem Bündnis Dortmund gegen Rechts und der Aktion 65 Plus auf zwei etablierte Bündnispartner zurückgreifen können. Auch in diesem Jahr wird es wieder eine bundesweite Mobilisierung geben, welche wirksame Blockaden überhaupt erst möglich macht.
Wir hoffen natürlich auch, dass sich noch viele weitere Gruppen aus dem Rheinland, Ruhrgebiet und dem gesamten Bundesgebiet dem Bündnis „Dortmund stellt sich quer!“ anschließen werden und der Antikriegstag in diesem Jahr eine voller Erfolg für die antimilitaristische und antifaschistische Bewegung wird.
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Wir (AJD) distanzieren uns ganz klar von allen Vorwürfen gegen die Rote Antifa [NRW],
da diese alles nur Halbwahrheiten, Lügen oder Versuche der Spaltung sind.
Dieses Interview soll auch keineswegs die Spaltung vorantreiben, sondern soll der Aufklärung dienen!
Wir finden, dass mensch diese Hetze schon als Anti-Antifa Arbeit bezeichnen kann,
da so die Antifa Arbeit in NRW und anderswo enorm gestört wird.
Wir sind sehr froh darüber, dass es die Rote Antifa hier im Ruhrgebiet gibt,
da sie eine der wenigen Gruppen vor Ort ist, die kontinuierlich Antifa und Antikapitalismus- Arbeit leisten.

Solidarität mit der Roten Antifa!
Gegen Islamophobie, Rassismus und Antisemitismus!
Für eine befreite Gesellschaft!